Ihre Solaranlage hat einen Hagelsturm scheinbar unbeschadet überstanden? Das Glas ist intakt, keine sichtbaren Risse, keine verbogenen Rahmen – und trotzdem könnte unter der Oberfläche etwas nicht stimmen. Genau das ist das Tückische an Hagelschäden bei Photovoltaik: Die gefährlichsten Schäden sieht man von aussen oft gar nicht. Hier kommt die EL-Messung Photovoltaik Zürich ins Spiel – eine Prüfmethode, die genau diese verborgenen Schäden sichtbar macht.
Seit dem Hagelsturm vom 28. August im Kanton Zürich beschäftigt viele Anlagenbesitzerinnen und -besitzer in Bülach, Winterthur und im Zürcher Unterland dieselbe Frage: Reicht eine Sichtprüfung, oder steckt mehr dahinter? Dieser Artikel erklärt, was eine Elektrolumineszenz-Messung ist, wie sie sich von der Thermografie unterscheidet und wann sie sich lohnt – unabhängig davon, ob der Verdacht auf Hagel, Transport- oder Montageschäden zurückgeht.
Das Problem: Schäden, die man von aussen nicht sieht
Nach einem Hagelschlag gehen viele Anlagenbesitzer davon aus, dass ein Modul ohne Glasbruch auch unbeschädigt ist. Das stimmt leider oft nicht. Unter der intakten Glasoberfläche kann die Solarzelle feine Mikrorisse oder sogar einen Zellbruch davongetragen haben – unsichtbar für das blosse Auge, aber mit realen Folgen für Ertrag und Lebensdauer des Moduls. Genau hier reicht eine reine Sichtprüfung nicht aus, und auch nicht jede technische Prüfmethode ist für diesen Zweck geeignet.
Thermografie und Elektrolumineszenz: zwei Methoden, zwei Zwecke
Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: dass eine Wärmebildkamera auch Mikrorisse zuverlässig aufdecken kann. Das ist so nicht korrekt, und auch Swissolar stellt in ihren Fachinformationen klar, wofür welche Methode gedacht ist.
Thermografie eignet sich hervorragend, um sogenannte Hotspots und ungewöhnliche Erwärmungen in einer Anlage aufzuspüren – also Stellen, an denen sich Strom staut und in Wärme umgewandelt wird. Das sind wichtige Hinweise auf elektrische Probleme oder ein mögliches Brandrisiko. Bei einem Mikroriss unter intaktem Glas entsteht jedoch oft kaum ein messbarer Temperaturunterschied. Für die gezielte Suche nach Mikrorissen und Zellbrüchen ist die Wärmebildkamera deshalb nur begrenzt aussagekräftig.
Elektrolumineszenz (EL) ist für genau diesen Zweck entwickelt worden. Mit dieser Methode lassen sich Mikrorisse und Zellbrüche in Solarzellen sichtbar machen, auch wenn das Modulglas vollkommen intakt ist und die Anlage thermografisch unauffällig bleibt.
Kurz gesagt: Thermografie zeigt, wo es zu warm wird. Elektrolumineszenz zeigt, wo eine Zelle beschädigt ist – unabhängig davon, ob sich das bereits in der Temperatur bemerkbar macht.
Wie funktioniert eine EL-Messung?
Eine Solarzelle wandelt normalerweise Licht in Strom um. Bei der Elektrolumineszenz-Messung wird dieser Vorgang umgekehrt: Die Module werden elektrisch angeregt, statt selbst Strom zu erzeugen. Intakte Zellen wandeln den zugeführten Strom dabei in Licht im nahen Infrarotbereich um – für das menschliche Auge unsichtbar, aber mit einer speziellen, infrarotempfindlichen Kamera gut erfassbar. Weil dieses Leuchten sehr schwach ist, wird die Messung üblicherweise bei Dunkelheit durchgeführt, damit kein Streulicht das Bild stört.
Auf der Aufnahme leuchten intakte Zellbereiche gleichmässig hell. Mikrorisse, Zellbrüche oder elektrisch inaktive Bereiche fallen dagegen als dunkle Linien oder Flecken auf, weil dort kein Strom mehr fliesst. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Zellen betroffen sind und wie stark der Schaden ausgeprägt ist.
Was eine EL-Aufnahme typischerweise zeigt
- Feine Mikrorisse, die sich vom Rand oder von Lötstellen aus durch die Zelle ziehen
- Vollständige Zellbrüche nach starkem Hagelschlag
- Elektrisch inaktive Zellbereiche, die zum Ertragsverlust beitragen, ohne dass dies äusserlich sichtbar wäre
- Schäden, die durch Transport oder Montage statt durch Hagel entstanden sind
Einzelne, kleine Mikrorisse führen dabei nicht zwangsläufig zu einem spürbaren Problem. Erst wenn sich Risse über die Zeit ausweiten oder sich mehrere Schäden in derselben Zellreihe häufen, wirkt sich das spürbar auf den Ertrag aus. Genau deshalb lohnt sich eine Prüfung möglichst zeitnah nach dem Hagelereignis – so lässt sich der Ausgangszustand dokumentieren, bevor sich ein Riss weiterentwickelt.
In der Branche werden EL-Befunde oft grob eingeordnet: Module mit keinen oder nur sehr leichten Zellschäden auf einem kleinen Teil der Fläche gelten meist als ertragsmässig unkritisch, während Module mit grossflächigen oder zahlreichen Zellbrüchen in der Regel ersetzt werden sollten. Wo genau diese Grenze im Einzelfall liegt, hängt von Modultyp, Schadensmuster und Alter der Anlage ab – pauschale Aussagen sind hier wenig hilfreich, eine fachliche Einschätzung der konkreten Aufnahmen schon.
Wann eine EL-Messung sinnvoll ist
- Nach einem Hagelereignis, wenn die Module von aussen intakt wirken, aber grössere Hagelkörner (ab rund 3 bis 5 cm) eingeschlagen sind
- Vor Abschluss einer Versicherungsmeldung, um den tatsächlichen Zustand der Zellen zu dokumentieren
- Bei unerklärlichem Ertragsrückgang, wenn Sichtprüfung und Thermografie keine eindeutige Ursache zeigen
- Bei älteren Anlagen, um den Zustand der Module vor einer geplanten Erweiterung zu prüfen
Thermografie und EL richtig kombinieren
Die beiden Methoden schliessen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Eine Thermografie-Aufnahme zeigt schnell, ob akute Hotspots oder sicherheitsrelevante Erwärmungen vorliegen. Eine EL-Messung zeigt darüber hinaus, welche Zellen strukturell beschädigt sind, selbst wenn noch keine auffällige Erwärmung messbar ist. Nach einem grösseren Hagelereignis ist die Kombination beider Methoden deshalb die gründlichste Art, den tatsächlichen Zustand einer Anlage zu beurteilen.
EL-Messung bei Eno Solar
Wir erweitern unser Prüfangebot für Solaranlagen im Kanton Zürich gezielt um die Elektrolumineszenz-Messung, um Hagelschäden und andere unsichtbare Zellschäden noch zuverlässiger beurteilen zu können. Damit ergänzen wir unsere bestehende Sichtprüfung und Thermografie um eine Methode, die speziell für Mikrorisse und Zellbrüche entwickelt wurde. Unser Ziel ist es, Ihnen ein möglichst vollständiges Bild des Zustands Ihrer Anlage zu geben – als Grundlage für Ihre Entscheidung und für die Kommunikation mit Ihrer Versicherung.
Vermuten Sie nach einem Hagelereignis unsichtbare Schäden an Ihrer Solaranlage? Kontaktieren Sie uns für eine Einschätzung oder fordern Sie eine Prüfung an – wir beraten Sie, welche Prüfmethode für Ihre Situation sinnvoll ist.
Häufige Fragen zur Elektrolumineszenz-Messung
Was ist der Unterschied zwischen Thermografie und Elektrolumineszenz? Thermografie zeigt Hotspots und ungewöhnliche Erwärmungen in der Anlage. Elektrolumineszenz zeigt Mikrorisse und Zellbrüche in den Solarzellen, auch wenn diese thermisch unauffällig sind. Für eine vollständige Beurteilung nach einem Hagelereignis ergänzen sich beide Methoden.
Muss meine Solaranlage für die EL-Messung abgeschaltet werden? Die Module werden für die Messung elektrisch angeregt, was eine kurzzeitige Trennung vom normalen Anlagenbetrieb erfordert. Details dazu klären wir im Einzelfall direkt mit Ihnen.
Warum wird eine EL-Messung oft bei Dunkelheit durchgeführt? Das von den Zellen erzeugte Licht liegt im nahen Infrarotbereich und ist sehr schwach. Tageslicht oder andere Lichtquellen würden das Messergebnis stören, deshalb liefert eine Messung bei Dunkelheit die klarsten Aufnahmen.
Ersetzt die EL-Messung die Thermografie? Nein. Beide Methoden prüfen unterschiedliche Dinge und ergänzen sich. Thermografie bleibt die schnellere Methode, um akute Hotspots zu erkennen, während EL gezielt Zellschäden sichtbar macht, die thermisch nicht auffallen.
Sind Mikrorisse, die bei einer EL-Messung gefunden werden, immer ein Problem? Nicht zwangsläufig. Einzelne kleine Mikrorisse führen selten zu einem spürbaren Leistungsverlust. Wichtig ist, den Zustand zu dokumentieren und bei Bedarf im Zeitverlauf zu beobachten, ob sich Schäden ausweiten.
Weiterführend: Wie Sie Hagelschäden an Ihrer Solaranlage überhaupt erkennen und welche Sofortmassnahmen nach einem Hagelsturm wichtig sind, lesen Sie im Beitrag Hagelsturm im Kanton Zürich: So erkennen Sie Hagelschäden an Ihrer Solaranlage. Mehr zu unseren Leistungen rund um die Prüfung und Wartung von Photovoltaikanlagen finden Sie unter Dienstleistungen.









